Trittschall – vier Richtungen
Massivdecke mit Fußbodenaufbau: Wie laut kommt der Trittschall im Raum darunter an – und wie schräg darunter, nebenan und darüber? Vereinfachtes Verfahren nach DIN 4109-2 mit Korrektur K für die Nebenwege und KT für die Raumanordnung.
Wo kommt der Trittschall an?
Schnitt durch drei Geschosse. Im Senderaum läuft das Norm-Hammerwerk. Raum antippen, um den Rechenweg für diese Richtung zu sehen.
Rechenweg nach unten
Alle Richtungen im Vergleich
Gleiche Decke, gleicher Fußbodenaufbau – nur die Lage des Empfangsraums ändert sich.
| Empfangsraum | KT | L′n,w | zulässig | Nachweis |
|---|
Formeln
Rohdecke aus Massivbau (100–720 kg/m²):
Korrektur für die Nebenwege (K ≥ 0):
Raumanordnung KT:
seitlich 5 dB · oben 10 dB
Worauf es ankommt
- Der schwimmende Estrich macht die Arbeit: Eine Rohdecke allein liegt bei 70 dB und mehr – erst der Estrich auf weicher Dämmung (kleines s′) bringt 25–30 dB.
- Schallbrücken: Ein fehlender Randstreifen oder Mörtel in der Fuge verbindet Estrich und Wand starr. Ein großer Teil der Trittschallminderung geht verloren – auch zur Seite und nach oben.
- Leichte Wände: Je leichter die flankierenden Wände im Verhältnis zur Decke, desto größer K – der Schall läuft über die Wände nach unten.
- Seitlich und nach oben ist es leiser (KT), aber die Anforderung gilt dort genauso.
Zum Ausprobieren
- „Ohne Trittschalldämmung“: Hilft eine dickere Decke? Wie viel bringen 25 statt 18 cm?
- „Schallbrücke im Estrich“: Welche Richtungen fallen durch – und reicht es nach oben noch?
- s′ verändern: Wie viel bringt eine weichere Dämmung im Vergleich zu einer dickeren Decke?
- Welcher Aufbau erreicht 45 dB in allen Richtungen?
Vereinfachungen: ΔLw für Zementestrich (m′ ≥ 70 kg/m²) als Tabellenwert je s′; die Schallbrücke ist ein Beispielwert (ΔLw ≈ 12 dB) – Schallbrücken lassen sich nicht rechnen. KT-Werte gelten für getrennte Estriche und Trennwände mit m′ ≥ 150 kg/m². Bodenbeläge wie Teppich bleiben im Nachweis unberücksichtigt. Lehrwerkzeug – ersetzt keinen Nachweis.